Teilzeit oder Vollzeit als Mutter in Führung, warum es die eine richtige Antwort nicht gibt
Über Arbeitsmodelle, Mental Load und die Kunst das eigene Modell immer wieder neu zu justieren.
“Ich war in Teilzeit so gestresst, dass ich wieder in Vollzeit gegangen bin.”
“Ich bin mit 30 Stunden so gestresst, dass ich gerne reduzieren würde.”
“Ich arbeite 12 Stunden und kann mir mehr gar nicht vorstellen.”
Drei Frauen. Drei Stundenzahlen. Drei Mal Stress.
Wenn wir über Mütter in Führung sprechen, landet das Gespräch schnell bei der Frage: Teilzeit oder Vollzeit? 30 Stunden oder 40? Vier Tage oder fünf? Als gäbe es eine Antwort, die für alle stimmt. Als wäre das Modell das entscheidende.
Das ist es nicht.
Warum wir aufhören sollten, nach der perfekten Lösung zu suchen
Es gibt kein Arbeitsmodell das automatisch funktioniert. Weder Vollzeit noch Teilzeit ist per se besser, gesünder oder familienfreundlicher. Was zählt ist nicht die Stundenzahl auf dem Papier, sondern ob das Modell zu der Frau passt die du gerade bist, in dieser Lebensphase, mit dieser Familie, in dieser Führungsrolle.
Und das verändert sich.
Eine Frau die mit zwei Kindern unter drei Jahren in 25 Stunden gut führt, kann drei Jahre später merken dass ihr 35 Stunden mehr Spielraum geben. Eine Frau die in Vollzeit in ihrer Karriere aufgeblüht ist, kann nach der Elternzeit feststellen dass Vollzeit sich jetzt anders anfühlt als vorher. Nicht schlechter. Einfach anders.
Das ist kein Scheitern. Das ist Entwicklung.
Modelle dürfen sich anpassen, auch wenn man schon mittendrin ist
Wir tun oft so, als wäre die Entscheidung für ein Arbeitsmodell eine endgültige. Als müsste man es durchhalten, rechtfertigen, beweisen dass es funktioniert. Dabei zeigt der Alltag manchmal sehr schnell: So wie gedacht geht es nicht. Die Übergaben dauern länger. Die Kinder schlafen schlechter. Das Team braucht mehr Präsenz als geplant.
Oder das Gegenteil: Es geht besser als gedacht, und die Stundenanzahl kann erhöht werden.
Der Alltag ist der ehrlichste Spiegel. Und er hat das Recht, die Theorie zu korrigieren.
Natürlich braucht es dafür einen Arbeitgeber der mitzieht. Das ist nicht selbstverständlich und es wäre falsch so zu tun als ob. Aber der erste Schritt ist, überhaupt den Anspruch zu haben: Mein Modell darf sich verändern. Ich darf nachsteuern. Das ist keine Schwäche, das
ist gute Selbstführung.
Warum Stundenzahlen den Mental Load nicht lösen
Hier liegt der blinde Fleck in der ganzen Debatte.
Stress bei Müttern in Führung entsteht selten nur durch zu viele Arbeitsstunden. Er entsteht durch die unsichtbare Arbeit die dazwischen läuft. Den Arzttermin der koordiniert werden muss. Die Frage wer das Kind abholt wenn das Meeting länger geht. Die E-Mail die abends
noch beantwortet wird während man eigentlich schon im Kopf bei den Kindern ist.
Mental Load ist die permanente Hintergrundaufgabe die kein Stundenmodell abbildet. Sie läuft in Teilzeit genauso wie in Vollzeit. Sie läuft im Homeoffice genauso wie im Büro.
Wer die Stunden reduziert und den Mental Load nicht anschaut, wird feststellen: Der Stress
bleibt. Er verteilt sich nur anders.
Das bedeutet nicht, dass Stundenmodelle egal sind. Es bedeutet, dass sie allein nicht reichen.
Was wir stattdessen brauchen: mehr Bilder vom Möglichen
Wir brauchen keine Debatte mehr über das beste Modell. Wir brauchen mehr Role Models die zeigen was möglich ist.
Frauen die in Vollzeit führen und dabei präsent sind. Frauen die in Teilzeit führen und dabei wirksam sind. Frauen die ihr Modell mehrfach angepasst haben weil sich ihr Leben verändert hat. Und Frauen die gemerkt haben dass keine Stundenzahl sie rettet solange der
Mental Load nicht geteilt wird.
Nicht um sie zu kopieren. Sondern um den eigenen Blick zu weiten. Um zu sehen was es alles gibt. Und dann in Ruhe zu entscheiden was für die eigene Situation gerade stimmt.
Was ich in meiner Arbeit erlebe
In Coachings mit Müttern in Führung geht es selten zuerst um das Stundenmodell. Es geht um die Fragen darunter.
Was trägt mich gerade und was zieht meine Energie ab? Welche Rollen trage ich gleichzeitig und wie viel Raum haben sie? Was hat sich durch die Mutterschaft verändert, in meinen Prioritäten, in meiner Führung, in meinem Bild von mir selbst?
Wenn diese Fragen beantwortet sind, wird klarer welches Modell wirklich passt. Und wie es sich umsetzen lässt ohne sich selbst dabei zu verlieren.
Woran merkst du, dass dein Modell noch zu dir passt?
Wenn du gerade merkst dass etwas nicht stimmt, dass dein Modell sich falsch anfühlt, der Stress bleibt obwohl du eigentlich alles richtig machst, dann lass uns darüber sprechen.
In einem kostenlosen Klarheitsgespräch schauen wir gemeinsam wo der eigentliche Hebel
liegt. Nicht die Stundenzahl. Sondern das was dahintersteckt.