Elternzeit ist eine Lücke im Lebenslauf. Oder etwa nicht?
Viele Mütter hören den Rat, Elternzeit nicht im Lebenslauf zu erwähnen. Zu groß ist die Sorge, dass diese Zeit als Lücke bewertet wird. Dabei entstehen gerade in der Mutterschaft Kompetenzen, die heute in der Führung entscheidend sind. Priorisieren unter Druck, neu entscheiden, wenn der Plan kippt, und Verantwortung übernehmen, auch ohne klare Rahmenbedingungen. Elternzeit ist keine Unterbrechung. Sie ist Führung unter realen Bedingungen.
Mutterschaft ist ein Führungsbootcamp
An meinem ersten Arbeitstag nach der Elternzeit fiel mir mein Autoschlüssel in einen Gulli. Direkt vor der Kita. Damals hielt ich das für einen chaotischen Start. Heute sehe ich darin den Beginn einer größeren Veränderung.
Ich kam zurück in meine Führungsrolle und funktionierte zunächst wie gewohnt. Gleichzeitig spürte ich, dass sich etwas verschoben hatte. Ich hinterfragte mehr, wollte nicht mehr alles mitmachen und suchte nach mehr Klarheit in meiner Führung. Und doch dachte ich immer wieder: Früher war das alles leichter.
Viele Mütter erleben nach der Elternzeit genau diesen Moment. Sie wollen klarer führen, mit mehr Haltung entscheiden und sich nicht mehr zwischen Job und Familie zerreißen. Gleichzeitig ist der neue Führungsstil noch nicht greifbar.
Genau in dieser Phase begleite ich Mütter in Führung. Gemeinsam entwickeln wir einen Führungsstil, der zur aktuellen Lebensrealität passt. Klar, souverän und ohne sich selbst zu verlieren.
Matreszenz – warum sich nach dem Mutterwerden so vieles anders anfühlt
Viele Frauen spüren nach dem Mutterwerden eine innere Veränderung, die sich nur schwer einordnen lässt.
Sie sind weiterhin kompetent, engagiert und leistungsfähig. Und erleben sich dennoch anders als zuvor.
Die Forschung beschreibt diesen Prozess als Matreszenz. Begleitet von neurobiologischen Anpassungen, die Wahrnehmung, Prioritäten und Belastungsempfinden beeinflussen können.
Diese Verschiebung ist kein individuelles Defizit.
Sondern eine nachvollziehbare Reaktion auf eine neue Lebensrealität.
Gerade im Berufsleben und in Führungsrollen entsteht daraus häufig Verunsicherung.
Nicht, weil Fähigkeiten fehlen. Sondern weil sich die innere Perspektive verändert hat.
Gleichzeitigkeit der Gefühle
Viele Mütter erleben widersprüchliche Gefühle im Alltag. Erleichterung und Freude. Nähe und Freiheitswunsch. Der Artikel beleuchtet, warum diese Gleichzeitigkeit normal ist und nichts mit Unsicherheit zu tun hat.
Wenn Führung sich nach der Elternzeit anders anfühlt
Viele Mütter erleben den Wiedereinstieg nach der Elternzeit nicht nur als Rückkehr in den Job, sondern als innere Umbruchphase. Elternzeit verändert Perspektiven, Werte und Prioritäten. Was früher selbstverständlich war, wirkt plötzlich nicht mehr ganz stimmig. Daraus entsteht bei vielen Frauen eine leise Zerrissenheit zwischen beruflicher Rolle und persönlicher Entwicklung.
Warum so viele wirksame Führungskräfte Mütter sind
Viele der besten Führungskräfte, mit denen ich gearbeitet habe, waren Mütter.
Was diese Mütter in Führung ausgezeichnet hat, war nicht Perfektion. Und auch nicht mehr Einsatz. Sondern Klarheit. Loyalität ihren Mitarbeiter*innen gegenüber. Empathie.
Ein feines Gespür für Zwischentöne im Team.
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