Matreszenz – warum sich nach dem Mutterwerden so vieles anders anfühlt
Matreszenz bezeichnet den tiefgreifenden Veränderungsprozess rund um das Mutterwerden. Gemeint sind nicht nur äußere Veränderungen wie neue Routinen oder Verantwortlichkeiten, sondern auch innere Verschiebungen.
Viele Frauen berichten, dass sich ihr Denken, Wahrnehmen und Belastungsempfinden verändert. Oft leise. Oft schwer greifbar. Und dennoch deutlich spürbar.
Gerade im beruflichen Kontext kann das irritierend wirken.
Frauen funktionieren, sind kompetent und handlungsfähig. Gleichzeitig entsteht nicht selten das Gefühl, sich innerlich anders zu erleben als vor der Mutterschaft.
Muttertät, wenn sich Wahrnehmung und Prioritäten verschieben
Im wissenschaftlichen Kontext wird auch der Begriff Muttertät verwendet. Er beschreibt neurobiologische und hormonelle Anpassungsprozesse im Zusammenhang mit Mutterschaft.
Studien zeigen Veränderungen in Bereichen, die unter anderem soziale Wahrnehmung, emotionale Resonanz und Priorisierung betreffen. Diese Prozesse sind funktionale Anpassungen an eine neue Lebensrealität.
Sie sind keine Schwäche.
Dennoch können sie beeinflussen, wie Anforderungen, Stress und Verantwortung erlebt werden. Besonders in anspruchsvollen Rollen wie Führung oder Projektverantwortung wird diese Verschiebung häufig bewusst wahrgenommen.
Berufliche Verunsicherung nach der Elternzeit
Ein bemerkenswerter Anteil von Frauen kehrt nach der Elternzeit nicht zum vorherigen Arbeitgeber zurück. Die Diskussion konzentriert sich meist auf strukturelle Themen wie Arbeitszeiten oder Vereinbarkeit.
Ein Aspekt wird dabei oft übersehen:
Der innere Veränderungsprozess.
Wenn sich Wahrnehmung, Werte und Energieverteilung verändern, verändert sich auch die Passung zum bisherigen beruflichen Umfeld. Was früher selbstverständlich schien, kann sich plötzlich anstrengender oder weniger stimmig anfühlen.
Nicht zwingend wegen des Jobs.
Sondern wegen der veränderten inneren Perspektive.
Warum Standardlösungen oft nicht greifen
In der Praxis zeigt sich ein wiederkehrendes Muster. Viele Frauen suchen nach der einen idealen Lösung für Vereinbarkeit. Nach einem Modell, das allgemein funktioniert.
Die Realität ist individueller.
Vereinbarkeit ist nicht nur eine organisatorische Frage. Sie ist ein persönlicher Abgleich zwischen äußeren Rahmenbedingungen und innerer Situation. Faktoren wie Werte, Selbstanspruch, Belastungsgrenzen und verfügbare Energie spielen eine zentrale Rolle.
Pauschale Konzepte greifen hier häufig zu kurz.
Eine oft hilfreichere Perspektive
Statt ausschließlich nach der allgemein besten Lösung zu suchen, kann eine andere Frage entlastend wirken:
Wie sieht dein eigener Weg aus?
Wie möchtest du Beruf und Familie so gestalten, dass es sich langfristig tragfähig anfühlt?
Dieser Perspektivwechsel verschiebt den Fokus. Weg von Normmodellen. Hin zur individuellen Realität.
Nicht Rückkehr zur früheren Version.
Sondern Entwicklung einer stimmigen neuen.