Mutterschaft ist ein Führungsbootcamp

Viele Mütter kehren nach der Elternzeit in ihre Führungsrolle zurück und spüren, dass sich etwas verändert hat. Nicht unbedingt sichtbar im Außen, aber deutlich im eigenen Erleben. Die Energie reicht nicht mehr für alles. Prioritäten verschieben sich. Manche Themen wirken plötzlich weniger wichtig, andere dafür umso klarer. Entscheidungen fühlen sich anders an. Und gleichzeitig tauchen Zweifel auf.

Früher ging vieles scheinbar leichter. Das Tempo war höher, die Rolle klarer, die eigene Leistungsfähigkeit selbstverständlich. Nach der Rückkehr ist stattdessen oft ein Gefühl des Dazwischen da. Der Wunsch, klarer zu führen, mit mehr Haltung und bewusster zu entscheiden, wächst. Gleichzeitig fehlt noch ein klares Bild davon, wie dieser neue Führungsstil konkret aussehen kann.

Genau an diesem Punkt stehen viele Mütter nach der Elternzeit.

Meine eigene Erfahrung nach der Elternzeit

An meinem ersten Arbeitstag nach der 1. Elternzeit fiel mir mein Autoschlüssel in einen Gulli, direkt vor der Kita. In diesem Moment fühlte sich das wie ein chaotischer Start an. Heute sehe ich darin rückblickend den Beginn einer größeren Veränderung.

Ich kehrte in meine Führungsrolle zurück und funktionierte zunächst wie gewohnt. Gleichzeitig merkte ich, dass sich innerlich etwas verschoben hatte. Ich hinterfragte mehr, wollte nicht mehr alles mitmachen und spürte schneller, was sich nicht mehr stimmig anfühlte. Und doch kam immer wieder der Gedanke: Früher war das alles gefühlt leichter.

Erst in meiner zweiten Elternzeit wurde mir klar, was eigentlich passiert war. Nicht, dass ich weniger konnte, sondern dass sich mein Blick auf Führung verändert hatte. Ich wollte bewusster entscheiden, klarer priorisieren und stärker nach innerer Haltung führen. Nur hatte ich dafür noch keinen klaren Rahmen. Es ging nicht darum das ich vorher besser geführt hatte oder anders organisiert war, ich hatte mich so stark verändert, dass die alte Führungsversion von mir nicht mehr passend war.

Führung nach der Elternzeit fühlt sich oft anders an

Viele Mütter in Führung berichten nach ihrer Rückkehr von ähnlichen Erfahrungen. Sie hinterfragen Entscheidungen stärker, möchten bewusster priorisieren und spüren schneller, wenn etwas nicht mehr passt. Gleichzeitig entsteht Unsicherheit. Bin ich noch so belastbar wie früher? Bin ich weniger flexibel geworden? Oder hat sich mein Führungsstil weiterentwickelt?

Diese Phase ist typisch nach der Elternzeit. Denn Mutterschaft verändert den Blick auf Verantwortung, Zeit und Prioritäten. Dinge, die früher selbstverständlich erschienen, werden neu bewertet. Das führt nicht automatisch zu einem neuen Führungsstil, sondern zunächst zu einer Übergangsphase, in der vieles neu sortiert wird.

Mutterschaft verändert Führungskompetenzen

Im Alltag mit Kindern entstehen täglich Situationen, die zentrale Führungskompetenzen trainieren. Prioritäten müssen unter Zeitdruck gesetzt werden. Konflikte werden begleitet. Entscheidungen werden getroffen, obwohl nicht alle Informationen vorliegen. Emotionen werden reguliert. Verantwortung wird übernommen.

Diese Kompetenzen entstehen nicht theoretisch, sondern im Alltag. Dennoch werden sie selten bewusst als Führungskompetenzen eingeordnet. Genau dort entsteht häufig der innere Zweifel. Nicht, weil Fähigkeiten fehlen, sondern weil sich der eigene Führungsstil verändert hat und noch nicht bewusst formuliert ist.

Wenn sich Führung neu sortiert

Viele Mütter spüren nach der Elternzeit sehr deutlich, dass sie nicht mehr so führen möchten wie früher. Gleichzeitig ist der neue Stil noch nicht greifbar. Sie übernehmen weiterhin Verantwortung, funktionieren im Alltag und treffen Entscheidungen. Dennoch bleibt ein Gefühl von Unsicherheit.

Der Wunsch, klarer zu führen, mit mehr Haltung zu handeln und stärker nach eigenen Prioritäten zu entscheiden, ist bereits da. Was fehlt, ist die bewusste Einordnung dieser Veränderung. Genau in dieser Phase entsteht oft der Eindruck, weniger sicher zu sein, obwohl tatsächlich eine Entwicklung stattfindet.

Genau in dieser Phase begleite ich Mütter in Führung

Wenn sich innerlich etwas verändert hat, der eigene Führungsstil aber noch nicht klar ist, entsteht oft der Wunsch nach Orientierung. Viele Mütter spüren, dass sie nicht mehr so führen wollen wie früher. Gleichzeitig ist noch nicht greifbar, wie Führung jetzt aussehen soll. Es geht nicht darum, in alte Muster zurückzugehen, sondern einen Stil zu entwickeln, der zur aktuellen Lebensrealität passt.

In meiner Arbeit begleite ich Mütter in Führung genau in dieser Übergangsphase. Wir schauen gemeinsam, was sich durch die Mutterschaft verschoben hat, welche Kompetenzen entstanden sind und welche Haltung sich daraus entwickelt. Schritt für Schritt entsteht daraus ein Führungsstil, der nicht mehr am früheren Ideal ausgerichtet ist, sondern an dem, was heute stimmig ist.

Nach dem Coaching berichten viele Mütter, dass sie Entscheidungen wieder klarer treffen können, ohne sich ständig zu hinterfragen. Prioritäten werden bewusster gesetzt, der innere Druck wird weniger und Führung fühlt sich ruhiger an. Gleichzeitig entsteht mehr Souveränität. Die eigene Haltung wird klarer vertreten, im Team ebenso wie gegenüber Vorgesetzten. Der Anspruch, alles leisten zu müssen, um als Führungskraft zu überzeugen, verliert an Bedeutung.

Gleichzeitig verändert sich oft auch der Alltag zu Hause. Entscheidungen fallen leichter, weil nicht mehr alles gleichzeitig wichtig ist. Grenzen lassen sich klarer setzen, ohne sofort ein schlechtes Gewissen zu haben. Die Verantwortung bleibt, aber der innere Druck wird weniger. Viele erleben, dass sie präsenter sind, statt gedanklich ständig zwischen Job und Familie zu pendeln. Konflikte werden ruhiger begleitet und der Anspruch, überall perfekt sein zu müssen, tritt in den Hintergrund.

Die eigene Rolle wirkt klarer, sowohl im Job als auch zu Hause. Führung fühlt sich weniger zerrissen an und mehr wie aus einem Guss.

Nicht wie früher.
Sondern passender.

Denn Mutterschaft verändert Führung. Und genau daraus kann ein sehr klarer und wirksamer Führungsstil entstehen, der im Job trägt und zu Hause entlastet.

Wenn sich darin etwas wiederfindet, kann ein Klarheitsgespräch ein erster Schritt sein.
Dort klären wir, ob die gemeinsame Arbeit passt.

Link zum kostenlosen Klarheitsgespräch

Diese Gedanken teile ich auch regelmäßig in meiner LinkedIn Serie „Mutterschaft ist ein Führungsbootcamp“. Dort greife ich einzelne Situationen aus dem Alltag auf und verbinde sie mit Führung.

https://www.linkedin.com/in/annika-r%C3%B6hrig-3752822b9/

Weiter
Weiter

Matreszenz – warum sich nach dem Mutterwerden so vieles anders anfühlt