Warum so viele wirksame Führungskräfte Mütter sind

Viele der besten Führungskräfte, mit denen ich gearbeitet habe, waren Mütter.

Nicht ausschließlich. Ich habe ebenso beeindruckende, starke Frauen ohne Kinder in verantwortungsvollen Rollen erlebt. Und dennoch fiel mir über die Jahre etwas auf: Auffällig viele der besonders wirksamen, stabilen und zugleich menschlich klaren Führungspersönlichkeiten waren Frauen mit Kindern.

Diese Beobachtung entstand nicht aus der Distanz, sondern aus dem Alltag. Über 13 Jahre war ich selbst als Führungskraft im Handel tätig. Mit Personalverantwortung. Mit der Aufgabe, Teams zu leiten und andere Führungskräfte zu begleiten. In einer Branche, in der traditionell viele Frauen arbeiten und Führung unter hohem operativem Druck stattfindet.

Was diese Mütter in Führung ausgezeichnet hat, war selten das, was man klassisch mit Karriere verbindet.

Es war nicht Perfektion.
Es war nicht ständige Verfügbarkeit.
Es war nicht noch mehr Einsatz.

Was sichtbar wurde, waren andere Qualitäten.

Klarheit in Entscheidungen.
Ein ausgeprägtes Verantwortungsgefühl für Mitarbeitende.
Loyalität gegenüber dem eigenen Team.
Empathie und ein feines Gespür für Zwischentöne.
Die Fähigkeit, Prioritäten konsequent zu setzen.
Gelassenheit in Situationen, die früher vielleicht hektischer verlaufen wären.
Und oft auch ein sehr wacher Blick für andere Frauen.

Viele dieser Frauen führten nicht lauter, härter oder dominanter. Sie führten bewusster. Differenzierter. Menschlicher. Und häufig erstaunlich souverän.

Gleichzeitig habe ich bei genau diesen Frauen immer wieder etwas anderes erlebt.

Zweifel.

Nicht trotz ihrer Kompetenz, sondern oft gerade wegen ihrer inneren Entwicklung. Besonders rund um die Elternzeit und den Wiedereinstieg nach der Elternzeit tauchten immer wieder ähnliche Fragen auf.

Bin ich noch genauso belastbar wie früher?
Kann und will ich so arbeiten wie vor der Elternzeit?
Passe ich noch in dieses System?
Warum fühlt sich das alles anders an?

Viele beschrieben eine innere Zerrissenheit. Zwischen beruflichem Anspruch und persönlicher Veränderung. Zwischen alten Erwartungen und neuen inneren Maßstäben. Zwischen dem Wunsch, weiterhin wirksam zu sein, und dem Gefühl, nicht mehr dieselbe Person zu sein wie vor der Elternzeit.

Genau an diesem Punkt entsteht häufig Verunsicherung.

Dabei ist diese Erfahrung weder ungewöhnlich noch problematisch. Sie ist eine logische Folge von Entwicklung.

Elternzeit ist nicht nur eine berufliche Unterbrechung. Sie ist für viele Frauen eine Phase tiefgreifender persönlicher Veränderung. Verantwortung verschiebt Perspektiven. Prioritäten ordnen sich neu. Werte werden klarer. Grenzen werden spürbarer.

Der Wiedereinstieg nach der Elternzeit ist deshalb oft weit mehr als eine organisatorische Rückkehr. Es ist eine Konfrontation mit der Frage, wie man heute arbeiten und führen möchte.

Wenn du dich darin wiedererkennst, ist mit dir nichts falsch.

Du bist nicht unsicher geworden.
Du bist nicht schwächer geworden.
Du hast dich weiterentwickelt.

Die entscheidende und manchmal unbequeme Frage lautet nicht, wie du wieder so wirst wie früher.

Sondern:

Willst du überhaupt wieder so führen wie früher?
Oder erlaubst du dir, heute anders wirksam zu sein?

Viele Mütter in Führung tragen genau an dieser Stelle eine enorme Stärke in sich. Nicht trotz, sondern wegen ihrer Veränderung. Weil sie differenzierter wahrnehmen. Weil sie klarer priorisieren. Weil sie oft ein sehr realistisches Verständnis von Energie, Zeit und Verantwortung entwickelt haben.

Moderne Führung braucht genau diese Fähigkeiten.

Nicht mehr Härte.
Nicht mehr Selbstausbeutung.
Sondern Klarheit, innere Stabilität und menschliche Kompetenz.

Ich habe mit vielen beeindruckenden Frauen gearbeitet. Mit Müttern, die an sich gezweifelt haben und gleichzeitig außergewöhnlich wirksam waren.

Wie sind deine Erfahrungen mit Elternzeit, Wiedereinstieg und Führung?

Welche Veränderungen hast du bei dir beobachtet?

Der Austausch darüber ist wertvoll. Nicht nur individuell, sondern auch für unser Verständnis von Führung.

Buch dir ein kostenloses Orientierungsgespräch bei mir und wir sortieren gemeinsam, was trägt dich, was bleibt, was ist neu und wo willst du hin.

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Wenn Führung sich nach der Elternzeit anders anfühlt

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Du kannst nicht immer die Nette sein. Warum Führung auch klare Ansagen braucht