Wenn Führung sich nach der Elternzeit anders anfühlt
Viele sprechen über den Wiedereinstieg nach der Elternzeit wie über einen rein organisatorischen Schritt.
Zurück in den Job.
Zurück in die Rolle.
Zurück in den Alltag.
In der Realität erleben viele Mütter etwas anderes.
Nicht nur neue Abläufe.
Sondern eine innere Verschiebung.
Vor der Elternzeit war vieles klar. Ziele. Tempo. Selbstverständnis.
Nach der Elternzeit ist die fachliche Kompetenz meist unverändert.
Und gleichzeitig fühlt sich Führung oft anders an.
Was man von außen selten sieht:
Dass sie im Meeting sitzt und sich konzentriert, während ein Teil ihrer Gedanken beim Kind ist.
Dass Entscheidungen schwerer wirken, nicht aus Unsicherheit, sondern aus einem gewachsenen Verantwortungsgefühl.
Dass Themen, die früher wichtig erschienen, plötzlich an Bedeutung verlieren.
Dass sie spürt, wie sehr sich Werte und Prioritäten verändert haben.
Dass da eine leise Zerrissenheit entsteht zwischen alter beruflicher Identität und neuer innerer Haltung.
Viele Frauen irritiert genau das.
Sie funktionieren.
Sie leisten.
Und fragen sich trotzdem, warum sich nichts mehr ganz so eindeutig anfühlt wie früher.
Dabei ist diese Erfahrung weder ungewöhnlich noch problematisch.
Elternzeit verändert nicht nur den Alltag.
Sie verändert oft den Menschen.
Wer Verantwortung für ein Kind übernimmt, erlebt häufig eine neue Form von Klarheit.
Und zugleich eine neue Sensibilität.
Für Zeit. Für Energie. Für Sinn. Für Grenzen.
Der Wiedereinstieg nach der Elternzeit wird dadurch zu mehr als einer Rückkehr.
Er wird zu einer Phase der Neuorientierung.
Nicht jede Mutter möchte danach so führen wie zuvor.
Nicht jede innere Veränderung passt nahtlos zu alten Erwartungen.
Genau hier entsteht häufig Unsicherheit.
Bin ich noch genauso ambitioniert?
Passe ich noch in dieses System?
Warum fühlt sich Führung anders an, obwohl ich mich meiner Fähigkeiten sicher bin?
Was viele übersehen:
Diese Zerrissenheit ist oft kein Zeichen von Schwäche.
Sondern ein Ausdruck von Entwicklung.
Führung ist kein statischer Zustand.
Persönlichkeit auch nicht.
Die entscheidende Frage ist daher selten, wie man wieder „die Alte“ wird.
Sondern ob das überhaupt der richtige Anspruch ist.
Vielleicht geht es nicht darum, zurückzugehen.
Sondern bewusster neu auszurichten.
Mit einer Haltung, die sowohl zur Führungsrolle als auch zum eigenen Leben passt.
Genau aus diesem Verständnis heraus arbeite ich heute mit Müttern in Führung.
Nicht mit dem Ziel, sie zu optimieren.
Sondern um Klarheit zu schaffen, wenn sich innerlich etwas verändert hat.
Denn Führung darf sich entwickeln.
Genau wie die Person, die führt.
Buche dir ein unverbindliches Orientierungsgespräch.
Gemeinsam erkunden wir, wie Führung und Mutterschaft sich sinnvoll verbinden und gegenseitig befeuern können.